Für diejenigen, die ich noch nicht erreicht habe - ich muss leider berichten, dass wir heute Morgen, gegen viertel vor neun, nach 15 1/2 Jahren, unseren geliebten kleinen Boomer verloren haben.
Die Entscheidung dazu, ihn einschlafen zu lassen, war nicht einfach.
Aber nach den letzten Tagen auch nicht so schwer, wie ich es befürchtet hatte.
Boomer hatte am letzten Sonntag wieder einen Anfall. Und danach ist es, bis auf ein kurzes Aufflackern der alten Lebensgeister am Montag, auch nicht wieder besser geworden.
Wir haben gekämpft!
Kerstin, usnere Tierärztin, unser Engel, der uns die letzten zwei Jahre mit Boomer erst ermöglicht hatte, hat wirklich alles versucht.
Aber Boomer war eigentlich nach dem zweiten Anfall am Montagabend nicht mehr bei uns.
Es kann ein Schlaganfall oder ein Hirntumor gewesen sein. Genaues weiß ich nicht, und es hätte auch nichts geändert.
Seit Montagabend war es nur noch eine leere Hülle, die hier verwirrt durch unsere Wohnung stolperte. Boomer hat weder sein Zuhause noch uns noch erkannt. Er lief herum, immer weiter, weil sein Körper ihm das befahl. Er fraß und trank mechanisch. Er kam zu uns, weil er Leckerchen bekam und nicht, weil er sich an die zwei Menschen erinnerte, die ihn am meisten liebten, und die er am meisten liebte.
Es war schlimm, das könnt ihr mir glauben.
Bis auf ein paar wenige Stunden habe ich nicht mehr geschlafen. Ich war nur hinter diesem kleinen Kerl her, damit er nicht fällt und sich weh tut.
Manchmal ist er eingeschlafen, und wenn er dann wach wurde, war es wieder, als wüsste er auch das vor seinem Nickerchen nicht mehr.
Er war ganz weit weg von uns und trotz aller Bemühungen konnten wir ihn nicht zurückholen.
Ich weiß nicht, woher wir die Kraft genommen haben, das duchzustehen. Es muss die Hoffnung gewesen sein, dieser letzte Funke, der davon noch geblieben war.
Heute Morgen haben wir dann Abschied genommen.
Ich habe das Versprechen gehalten, dass ich meinem kleinen Schatz damals gab, als er von seiner Muuter weg und zu mir kam.
Bis zum letzten Moment!
Es ging schnell.
Er hat nicht gelitten. Er hat sich nicht dagegen gewehrt. Die Narkose hat ihn sanft und ruhig einschlafen lassen und nur wenige Momente später war es vorbei.
Jetzt beginnt für uns die lange, harte Zeit, uns an ein Leben ohne Boomer zu gewöhnen.
Mein kleiner, das Beste in mir, fehlt!
Ich sehe und suche ihn überall.
Und deshalb bitte ich alle, die es wollen, mir einen kurzen Moment lang etwas von ihrer Kraft zu geben. Es zerreißt mich innerlich und ich sage es, wie es ist - wäre Mel nicht hier, bei mir, und mit mir in der Trauer um unseren Kleinen - ich wäre jetzt schon nicht mehr hier.
Ich werde meinen kleinen Engel nie vergessen!
Er ist mit mir und bei mir, in allem, was ich tue.
Und ich werde dich immer lieben, mein Schatz!
Danke für diese ganzen wunderbaren Jahre! Danke, dass du da warst und es auch immer sein wirst!
B O O M E R
5.1.1995 - 19.8.2010
Seine Sachen haben wir heute alle Kerstin mitgegeben. Nicht alle Hunde haben es so gut gehabt wie er, und wir wollen einfach, dass sein Erbe noch einer armen kleinen Seele beim Tierschutz zugute kommt.
Boomers kleine Seele ist jetzt frei und bei uns. Seine sterblichen Überreste haben wir heute in Holland in einem Krematorium für Haustiere verbrennen lassen. Wenn alle etwas zur Ruhe gekommen sind, werden wir die Asche vielleicht verstreuen. Mal sehen.
Für mich heißt das, dass mein Schatz frei ist und überall bei uns sein kann. Der gedanke tröstet mich und ich werde ihn noch oft brauchen.
Wunden auf der Seele heilen nicht schnell, und ich habe Angst vor dem, was nun kommt. Aber ich bin nicht alleine.